• 11.2.2025
  • Lesezeit: 1 Min.

Weltweite Umfrage zeigt Ablehnung uneingeschränkter Meinungsfreiheit

Mehrheit für Moderation auf Social-Media-Plattformen

Die meisten Menschen wünschen sich die Einschränkung von problematischen Inhalten wie Gewaltandrohungen oder Diffamierungen in den sozialen Medien. Das gilt auch für die USA, wo mehrere Social-Media-Plattformen zuletzt ihre Regularien in Richtung einer uneingeschränkten Meinungsfreiheit geändert haben. Allerdings ist die Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer der Auffassung, dass Intoleranz und Hass in sozialen Medien inzwischen unvermeidlich sind. Dies zeigt eine groß angelegte Umfrage der Technischen Universität München (TUM) und der University of Oxford in zehn Staaten in Europa, Amerika, Afrika und Australien.

Die weltweite Debatte, ob und wie Inhalte in den sozialen Medien reguliert werden sollten, ist in den letzten Monaten neu entflammt. Mit Verweis auf die Meinungsfreiheit haben die Plattform-Betreiber X und Meta Regeln gegen Äußerungen, die als diskriminierend gelten, gelockert. Auf der anderen Seite hat Australien den Social-Media-Zugang für Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren verboten.

In der Debatte und in der Forschung dazu geht es allerdings überwiegend um die Haltung von Unternehmen, Politik und Medien. Wenig untersucht wurden bislang die Meinungen der Nutzerinnen und Nutzer. Ein Forschungsteam der TUM und der University of Oxford hat deshalb im Herbst 2024 rund 13.500 Menschen in sechs europäischen Staaten sowie in den USA, in Brasilien, Südafrika und Australien befragt. Diese beantworteten in der repräsentativen Studie einen umfangreichen Fragebogen zum Spannungsfeld von Meinungsfreiheit und Sicherheit vor digitaler Gewalt und Falschinformationen.

Publikationen

Theocharis, Y., Kosmidis, S., Zilinsky, J., Quint, F. & Pradel-Sinaci, F. (2025). Content Warning: Public Attitudes on Content Moderation and Freedom of Expression. Content Moderation Lab at TUM Think Tank. DOI: 10.17605/OSF.IO/F56BH

Weitere Informationen und Links

Für die repräsentative Studie wurden im Oktober und November 2024 in Australien, Brasilien, Deutschland, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Schweden, der Slowakei, Südafrika und den USA rund 13.500 Menschen im Alter von 16 bis 69 Jahren befragt, koordiniert vom Umfrageinstitut Bilendi & Respondi.

Die Studie war ein Projekt des Content Moderation Lab des TUM Think Tank. Dieser bringt Wissenschaft, Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft zusammen, um gemeinsam Lösungsvorschläge und Instrumente zu drängenden Problemen zu entwickeln. 

Der Lehrstuhl für Digital Governance ist Teil der Hochschule für Politik (HfP) an der TUM. Die HfP erforscht und lehrt die Wechselwirkungen von Politik und Technologie, die heute in nahezu allen Politikfeldern eine entscheidende Rolle spielt. Damit leistet sie einen bedeutenden Beitrag, den gesellschaftlichen Wandel infolge rasanter technologischer Entwicklungen zu verstehen und gestalten zu können.

Technische Universität München

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Kontakte zum Artikel:

Prof. Dr. Yannis Theocharis
Technische Universität München (TUM)
Lehrstuhl für Digital Governance
Tel.: +49 89 289 22798 (Pressestelle)
yannis.theocharisspam prevention@hfp.tum.de

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