TUM Universitätsstiftung
„Wir müssen mehr in Bildung investieren“
„Huckepack“ und „R5“ – kaum jemand kennt diese Erfindungen und doch sind sie weltweit millionenfach im Einsatz. Zum Beispiel, um Lebensmittel luftdicht zu verpacken, bei der Verarbeitung von Kunststoff oder in der Medizintechnik. Die Rede ist von Vakuumpumpen. Entwickelt hat sie der im Sommer 2025 verstorbene Ingenieur und Unternehmer Dr.-Ing. Karl Busch.
„Mein Vater hat oft davon erzählt, wie glücklich er in München war und wie stolz und dankbar er ist, an der TUM studiert zu haben“, sagt seine Tochter Ayla Busch. Sie ist seit 2025 Stiftungsrätin und engagiert sich, so wie ihr Vater, für die TUM Universitätsstiftung. Aufgabe der gemeinnützigen Stiftung ist es, die strategische Entwicklung der TUM zu fördern sowie Talente und Projekte schnell und flexibel zu unterstützen: Aus ihren Mitteln werden technikintensive Forschungsprojekte und Studierendeninitiativen unterstützt. Die Stiftung finanziert Deutschlandstipendien und Fellowships für besonders talentierte internationale Postdocs. Sie ermöglicht aber auch Infrastrukturprojekte, etwa den Bau der TUMorrow Factory, einer Prototypen-Werkhalle für Studierende am Campus Garching.
Gemeinsam mit ihren Brüdern Sami und Kaya Busch leitet Ayla Busch das Familienunternehmen Busch Vacuum Solutions mit Sitz im badischen Maulburg. Es produziert und vertreibt Maschinen und Anlagen für den Vakuum- und Überdruckbereich, insbesondere für Anwendungen in der Lebensmittelindustrie oder für Prozesse bei der Herstellung von Halbleitern, Solarzellen und Batterien. Nach einem politik- und sozialwissenschaftlichen Studium (PPE) an der University of Oxford und der Harvard University sowie einem MBA-Abschluss stieg Ayla Busch im Jahr 1997 in das Familienunternehmen ein. „Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe ist uns sehr wichtig“, sagt sie und fügt hinzu: „Unsere Eltern und wir Geschwister haben von Anfang an gleichberechtigt als Team gearbeitet, was eher ungewöhnlich ist.“
Erfindergeist und kaufmännisches Talent
Gegründet wurde das Unternehmen 1963 von Karl und Ayhan Busch. „Unser Vater war ein genialer Erfinder, unsere Mutter hat ihr strategisches und kaufmännisches Talent eingebracht“, sagt Ayla Busch rückblickend. In den 1950er-Jahren hatten sich beide in München über einen internationalen Studierendenclub kennengelernt. Sie studierte damals Zahnmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität, er Maschinenbau an der damaligen Technischen Hochschule München. Anschließend promovierte er in den Ingenieurwissenschaften. „Er gehörte zu der Generation, die während des Studiums beim Wiederaufbau der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Gebäude angepackt hat“, erzählt Busch.
Noch vor seiner Promotion entwickelte Karl Busch eine moderne und effiziente Vakuumpumpe. Die sogenannte „Huckepack-Pumpe“ arbeitet in zwei übereinander angeordneten Stufen und wird beispielsweise in der chemischen Industrie eingesetzt. Mit dieser und weiteren Erfindungen, darunter das Modell R5, hat Karl Busch die Vakuumtechnik geprägt, seine Erfindungen wurden weltweit zum Industriestandard.
„Mein Vater hat wirklich sehr viel erreicht im Leben“, sagt Ayla Busch. „Er hat oft betont, wie gut er an der TUM ausgebildet wurde. Vieles von dem, was er als Entwickler und Unternehmer gebraucht hat, hat er hier gelernt.“ Daher engagierte sich Karl Busch als Familienunternehmer 2019 mit einer Zustiftung in den Kapitalstock der TUM Universitätsstiftung und Busch Vacuum Solutions wurde TUM Partner of Excellence.
Engagement für Bildung liegt in der Familie
Anpacken, unterstützen, helfen – das liegt der Familie Busch. Nach dem schweren Erdbeben in der Türkei und in Nordsyrien 2023 etwa spendet sie 100.000 Euro an die Universitätsstiftung für einen an der TUM eingerichteten Nothilfefonds. Damit konnten Studierende unterstützt werden, deren Familien betroffen waren. Auch in der Unternehmensstrategie spielt das soziale Engagement eine wichtige Rolle. „An allen Firmenstandorten fördern wir Projekte, die den Menschen vor Ort helfen“, sagt Ayla Busch.
Dabei hat das Thema Bildung einen besonderen Stellenwert. „Wir müssen als Gesellschaft dringend mehr in Bildung investieren“, sagt Busch. Deshalb liegt dem Leitungstrio die Unterstützung der TUM Universitätsstiftung besonders am Herzen: „Wir sind wirklich sehr froh zu sehen, dass es eine Universität gibt, die aus dem üblichen Modus Operandi ausbricht, um Erfolge für die Studierenden und für die akademische Landschaft in Deutschland und Europa zu erzielen. Die Kombination aus Exzellenzanspruch und Offenheit an der TUM ist genau der richtige Weg in die Zukunft.“
Ayla Busch ist auch vom unternehmerischen Ansatz der TUM begeistert: „Wir brauchen in Europa und ganz besonders in Deutschland einen unternehmerischen Geist und mehr Gründungen.“ Das Innovationsökosystem rund um die TUM und das Gründungszentrum UnternehmerTUM bringt jährlich mehr als 100 wachstumsstarke Tech-Start-ups hervor. Die Gründungen werden mit maßgeschneiderten Programmen und der Unterstützung durch die TUM Venture Labs in unmittelbarer Anbindung an die Forschung gefördert.
Beste Bedingungen für Gründungen
Auch die TUM Universitätsstiftung trägt zu diesem fruchtbaren Umfeld bei. Sie beteiligt sich unter anderem am Venture-Capital-Fonds von UnternehmerTUM, der in technologiebasierte Start-ups investiert. „Die TUM hat den Anspruch, eine Plattform zu sein, auf der sehr viele Gründungen stattfinden können, und sie bietet dafür beste Bedingungen“, sagt Ayla Busch. Das Manager Magazin und die Unternehmensberatung Boston Consulting Group haben die Mitinhaberin und Co-CEO bereits fünf Mal zu den 100 einflussreichsten Frauen der deutschen Wirtschaft gekürt.
Auf die Frage nach den Werten, die ihr Unternehmen prägen, nennt sie wahrhaftige Teamarbeit als eines der wichtigsten Prinzipien. „Wir leben in einer Welt, die komplex und herausfordernd ist. Da braucht man einen Führungsstil, der mehr Teammitglieder einbezieht“, sagt die Managerin. An der TUM schätzt sie neben der fachlichen Exzellenz besonders den Familienspirit. Ebenso wie das Engagement, das in die weltweite Gemeinschaft der Ehemaligen fließt. „Verbunden zu sein und zu versuchen, die Dinge gemeinsam voranzutreiben, das ist eine ganz wunderbare Motivation.“
Die 2010 gegründete, gemeinnützige TUM Universitätsstiftung hat das Ziel, die strategische Entwicklung der TUM zu unterstützen. Sie fördert innovative Projekte der Hochschulentwicklung jenseits des staatlichen Budgets.
Ein Beitrag aus der dritten Ausgabe des TUM Magazins.
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