150 Jahre TUM – Geschichten zum Jubiläum 2018
Highspeed-Kapsel
Dreimal so schnell wie die Konkurrenz
In einer halben Stunde oder weniger von Los Angeles nach San Francisco, von New York nach Washington, oder von München nach Berlin: Die Reisezeit zwischen Großstädten soll dank Hyperloop deutlich verkürzt werden. Durch riesige Röhren schießen die Fahrgäste von A nach B – in Kabinenkapseln, den sogenannten „Pods“, für etwa 30 Passagiere.
Um die Idee von der Hochgeschwindigkeits-Kapsel voranzubringen, startet Elon Musk 2015 die „Hyperloop Pod Competition“. An seinem Wettbewerb nehmen Studierendenteams aus aller Welt teil und reichen ihre Entwürfe für die Transportkapseln des Hyperloops ein. Die drei besten Prototypen treten schließlich im Januar 2017 auf einer Teststrecke in Kalifornien gegeneinander an. „WARR Hyperloop“, das Team der TUM-Studierenden, gewinnt dort den Preis für die schnellste Kapsel: Ihr Pod erreicht 94 km/h.
Beim nächsten Wettbewerb im August 2017 wiederholt ein neu zusammengestelltes Team von TUM-Studierenden den Erfolg: Die Gruppe baut ebenfalls den schnellsten Pod im Wettbewerb. Dieses Mal erreicht die Kapsel gar 324 km/h und ist mehr als dreimal so schnell wie die Konkurrenz. Der TUM-Hyperloop-Pod stellt damit einen neuen Geschwindigkeits-Weltrekord auf – und schlägt sogar die Höchstmarken von kommerziellen Entwicklerfirmen.
Wie funktioniert der Hyperloop?
Der Hyperloop ist ein Transportmittel, bei dem sich Transportkapseln in einer Röhre mit Teilvakuum fortbewegen. Durch den geringen Luftwiderstand sollen Geschwindigkeiten von bis zu 1.200 km/h möglich sein – also annähernd Schallgeschwindigkeit. Für Elon Musks Wettbewerb wurde eigens eine 1,25 Kilometer lange Test-Röhre errichtet, in der die Studierendenteams ihre Prototypen gegeneinander antreten ließen.
Wer baut die TUM-Kapsel?
Der Hyperloop ist das neueste Projekt der studentischen Forschungsgruppe WARR („Wissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft für Raketentechnik und Raumfahrt“). Studentinnen und Studenten aus verschiedenen wissenschaftlichen Disziplinen sammeln dort außerhalb ihres Studiums Praxiserfahrung und wenden ihr Theorie-Wissen an. WARR entwickelte so bereits Projekte wie einen Weltraumaufzug oder die erste deutsche Hybridrakete.
Wie geht es weiter mit dem Hyperloop?
Nach den großen Erfolgen in den beiden ersten Hyperloop-Wettbewerben startet WARR die Vorbereitung für die nächste Runde der „Pod Competition“: Ein weiteres Team arbeitet an einem völlig neuen Kapsel-Entwurf, um sich erneut mit den weltweit besten Studierendengruppen zu messen. Der Hype um den Hyperloop an der TUM geht also weiter.
Video: WARR Hyperloop erreicht 324 km/h (0:26 Min.) (Stand 2018)
Disclaimer
Diese Geschichte erschien 2018 zum 150-jährigen Jubiläum der TUM auf einer inzwischen deaktivierten Jubiläumswebsite.
Text: Team Web Communications der TUM; Grafiken: KW NEUN
Literatur zur Geschichte der TUM
- Wolfgang A. Herrmann (Hrsg.), Martin Pabst/Margot Fuchs (Verf.), Technische Universität München - Geschichte eines Wissenschaftsunternehmens, 2 Bd., Berlin 2006.
Link zum Online-Katalog der Universitätsbibliothek - Wolfgang A. Herrmann, Winfried Nerdinger (Hrsg.), Die Technische Hochschule München im Nationalsozialismus, München 2018.
Link zum kostenlosen Download über mediaTUM (PDF, 79 MB)
Link zur Bestellung des Buches
Link zu Exemplaren in der Universitätsbibliothek - Irene Meissner, Bauten+Kunst. Technische Universität München 1868-2018, München 2018. Link zum Online-Katalog der Universitätsbibliothek
- Martin Pabst, Alumni der TUM. Prägende Gestalter aus der Technischen Universität München, München 2018. Link zum Online-Katalog der Universitätsbibliothek
- Martin Pabst, Köpfe der TUM. Geniale Entdecker und Erfinder aus der Technischen Universität München, München 2018. Link zum Online-Katalog der Universitätsbibliothek
- Brigitte Röthlein, Pioniere gestalten die Welt der Technik. 150 Jahre Forschung an der Technischen Universität München, München 2018. Link zum Online-Katalog der Universitätsbibliothek
Weitere Bücher und Informationen zur Geschichte der TUM
Dank
Wir danken allen, die uns beim Schreiben der Texte und bei den Visualisierungen unterstützt haben. Insbesondere den Autorinnen und Autoren der genannten Bücher, den Expertinnen und Experten an den Lehrstühlen, den Professoren und Professorinnen, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Pressereferentinnen und -referenten des Corporate Communications Centers der TUM. Dank gilt auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Architekturmuseums, des TUM Klinikums Deutsches Herzzentrum, des TUM Klinikums rechts der Isar, der European Space Agency (ESA) und allen anderen, die uns fachlich beraten und Bildmaterial zur Verfügung gestellt haben.
Die Jubiläumsgeschichten verfasste das Team Web Communications der TUM. Die Umsetzung der grafischen Inhalte übernahm die KW NEUN – Designagentur.